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Bundeswettbewerb vom 2. bis 4. Juli 2004 in Salzgitter



Vom 2.7. bis zum 4.7. fand in Salzgitter der 36. Bundeswettbewerb statt. Ich (Johannes Renger) und mein Freund Eric Eschler waren die einzigen Laubegaster unter ca. 70 Sachsen, die am BW teilnahmen. Insgesamt nahmen 14 Bundesländer (außer Thüringen und Saarland) teil.

Donnerstag 9:45 ging es am DRV mit dem Bus los. Die Fahrt nach Salzgitter (nahe bei Hannover) dauerte über 4 Stunden. Die Zeit vertrieben wir uns mit Kartenspielen. Als wir endlich ankamen, fing es natürlich an zu regnen. Doch es war nur ein kurzer Schauer. Nachdem wir die Umkleidekabinen gefunden hatten, zogen wir uns um und bauten unser Boot an. Am Nachmittag fuhren dann wieder alle zusammen mit dem Bus von der Regattastrecke zur Turnhalle, in der wir übernachten sollten. Die Turnhalle war riesig, wurde aber geteilt, denn außer Sachsen übernachtete noch Sachsen-Anhalt dort. Weil die Verpflegung erst am Freitag begann, aßen wir erst einmal alles, was mir mit hatten. Da es schon relativ spät und das Wetter schlecht war, wurde an diesem Tag nichts mehr unternommen. Wir spielten noch ein bisschen Karten. Nachtruhe war eigentlich 22:30, aber es hielt sich sowieso niemand daran.

Am Freitagmorgen mussten wir zeitig aufstehen, denn unser Langstreckenrennen über 3000m im Jungen-Doppelzweier JG 90/91 LG begann um 9:20. Vorher mussten wir noch frühstücken, wiegen gehen, unsere Startnummer kaufen, erwärmen...
Gegessen wurde in einer Eissporthalle. Dem entsprechend war das Essen meistens kalt. Zum Frühstück gab es Brötchen. Nach dem Essen gingen wir zur Regattastrecke. Zu Fuß benötigt man ca. eine Viertelstunde dorthin. Um den Salzgittersee herum ist eine riesige Grünanlage mit Wegen zum Skaten und Fahrrad fahren. Auf dem See ist eine Insel, die über eine Brücke zu erreichen ist. Als wir an der Regattastrecke ankamen, waren um diese Uhrzeit schon ein Haufen Leute aus den verschiedensten Bundesländern dort. Wir holten uns unsere Startnummer und gingen wiegen. Wir hatten noch ein bisschen Zeit, bevor wir mit der Erwärmung begannen. Da der See ca. 2 km lang ist und die Langstrecke aber 3 km, ging das Rennen um die Insel herum. Es gab eine Menge Algen im See und man musste aufpassen, dass man sich nicht mit dem Skull darin verfing. Die Teilnehmer eines Rennens starteten im Abstand von einer Minute. Das Rennen war sehr anstrengend. Wir wurden einmal überholt, hatten aber trotzdem das Gefühl gut gefahren zu sein. Das Rennen wurde in mehrere Abteilungen eingeteilt, damit mehr Leute eine Urkunde bekommen. In unserer Abteilung wurden wir nur 5. von 6. Die Zeiten wurden erst später bekannt gegeben. Den Rest des Nachmittags hatten wir nichts zu tun. Das Wetter war, vergleichsweise zu Donnerstag, schön. Als die genauen Ergebnisse endlich aushingen, dauerte es noch eine Weile, bis wir sie uns ansehen konnten, denn es standen eine Menge Leute drum herum. Vor allem Trainer, die erst alle Ergebnisse abschrieben. Wir wurden insgesamt in unserem Rennen 18. von 22 und qualifizierten uns somit für das D-Finale am Sonntag. Wir waren nicht besonders unzufrieden, denn es hätte schlimmer kommen können. Immerhin traten wir gegen die besten Leute aus ganz Deutschland an.
Am Abend war im Salzgitter-Stadion noch die Siegerehrung. Jeder zog sein T-Shirt an, was alle am Vorabend bekommen hatten. Es war einfach unglaublich, wie viele Leute ins Stadion strömten. Es waren über 800 Menschen. Jedes Bundesland versuchte lauter zu schreien, als die anderen. Alle hatten Fahnen und andere Sachen. Es war so laut, dass die Leute mit ihrem Megaphon, die mit der Siegerehrung beginnen wollten überhaupt nicht zu hören waren. Irgendwann kam dann jemand der Verantwortlichen auf die Idee, die Lautsprecher einzuschalten, so dass dann mit der Siegerehrung begonnen werden konnte. Jedes Mal wenn jemand aufgerufen wurde, brach in dem jeweiligen Bundesland riesiger Jubel los. Es war unglaublich laut. Am Ende wurde dann die Gesamtwertung bekannt gegeben. Sachsen lag auf dem zufriedenstellenden 6. Platz.

Am Samstag mussten wir wieder zeitig aufstehen, denn der Zusatzwettbewerb fand statt. Es gab über 70 Gruppen. Und 13 Abteilungen, in denen immer ca. 6 Gruppen gegeneinander antraten. Eric und ich waren in unterschiedlichen Abteilungen.
Der ganze Wettbewerb fand rund um den See und auf der Insel statt. Es gab einen Haufen lustige und ungewöhnliche Disziplinen. Zum Beispiel Mülltonnen schieben oder Dreibeinlauf. Die Disziplinen erforderten viel Geschick und Teamgeist. Die Gruppen, die früh an der Reihe waren, hatten Glück, denn später am Tag fing es an zu regnen. Der ganze Wettbewerb dauerte bis zum frühen Nachmittag. Danach gingen wir ins Kino („The Day After Tomorrow“). Als wir im Kino waren, regnete es die ganze Zeit. Nach dem Kino war noch Zeit bis zum Abendessen, so dass wir noch trainieren konnten.
Nach dem Abendessen war wieder Siegerehrung im Stadion und es war genauso viel Stimmung, wie am Tag zuvor. Ich wurde mit meiner Mannschaft 1. und Eric belegte den 2. Platz. Wir bekamen sogar Preise.

Am Sonntag waren die Finals, für die man sich am Freitag qualifiziert hatte. Unser Rennen war um 12:10. Deshalb hatten wir nach dem Frühstück an der Regattastrecke noch Zeit bis zum Rennen. Da wir nur ins D-Finale gekommen waren, wollten wir auf jeden Fall 1. oder 2. werden. Wenigstens an diesem Tag war schönes Wetter. Das Rennen war sehr knapp. Wir lagen lange Zeit auf dem 3. Platz, aber dann kenterte das Boot aus Bayern, das sich auf dem 2. Platz befunden hatte. Das war natürlich die Chance. Aber kurz vorm Ziel überholte uns das Boot aus Sachsen-Anhalt sehr knapp. Und sie bekamen die Silbermedaille. Wir waren schlecht gelaunt, weil es so knapp gewesen war. Später, als wir uns die Zeiten aus unserem Rennen ansahen, stellten wir fest, dass wir eine knappe halbe Sekunde vor Sachsen-Anhalt ins Ziel gekommen waren. Es war so knapp, dass niemand gesehen hatte, dass wir schneller waren. Wir waren natürlich sehr erfreut und beschwerten uns im Regattabüro. Der Irrtum wurde schnell klargestellt. Und wir waren nun doch 2. und bekamen unsere Medaillen.

Die Medaillengewinner

Die Leute aus Sachsen-Anhalt mussten ihre Medaillen wieder zurückgeben und waren bestimmt schrecklich deprimiert. Damit war der Tag dann doch noch gelungen. Um 15:00 fuhren wieder alle zusammen mit dem Bus nach Dresden. Ca 19.45 kamen wir an. Der BW hat viel Spaß gemacht. Ich könnte jetzt schreiben, dass ich mich auf das nächste Mal freue, aber dann sind wir ja schon zu alt.

Johannes Renger


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Last update: 04/07/2010